99 Schafe
„Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.“Johannes 10,11
Schafe sind schon eigenartige Tiere. Sobald sie ein anderes Schaf rennen sehen, laufen sie sofort hinterher, selbst wenn es Richtung Abgrund geht. „Nichts wie hinterher", sagt das Herdentier und rennt ins Verderben. Erstaunlich, wie gut die Bibel unseren Charakter trifft, wenn sie uns Menschen mit Schafen vergleicht. Schafe, die völlig desorientiert und unselbständig umherirren. Solange genug sattes Gras zum Fressen da ist, geht alles einen sorglosen Gang. Doch geht es darum, einen neuen Weideplatz zu finden, gefährliche Wege zu meistern oder einer Gefahr zu entrinnen, dann ist das Schaf völlig auf seinen Hirten angewiesen.
Wenn einige bockige Tiere aus dem Gehege ausbrechen, bemerkt man bei näherem Hinsehen, dass auch die Revoluzzer ihren Leithammel haben, dem sie mehr oder weniger blind nachlaufen. Die Frage lautet deshalb nicht: „Habe ich einen Hirten?", sondern „Habe ich einen guten Hirten?" Der gute Hirte zeichnet sich dadurch aus, dass jedes einzelne Schaf wertvoll für ihn ist. Er hat alle im Blick und wenn sich eines von ihnen verirrt, dann sucht er so lange, bis er es gefunden hat. Der gute Hirte hat ein besonderes Herz für Schafe auf Abwegen. Und der ganze Himmel freut sich, wenn er es wieder zurück zur Herde trägt
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