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← Zurück zum ArchivWo 39 · LifeCoach 2012

9.999 Tempelräume

Woche 39 · 2012 · Sonntag, 9. September 2012
„Der wird meinem Namen ein Haus bauen, und ich werde den Thron seines Königreichs auf ewig befestigen.“
2.Samuel 7,13

Vom Jahr 1406 an bauten zeitweise über 1 Million Sklaven und 100.000 Kunsthandwerker, auf Befehl des selbsternannten Kaisers Yongle an der mit 9.999 Räumen größten Palastanlage der Welt. Mit dieser Machtdemonstration wollte Yongle alle Zweifel an der Rechtmäßigkeit seiner Herrschaft ausräumen. Bis die Tempelanlage im Jahr 1421 eingeweiht wurde, hatte sie dem Land große Opfer, Hungersnöte und viele Tote abverlangt. Jede Warnung brachte die Opponierenden in den Kerker. Als Yongle die „Verbotene Stadt" bezieht, ist er auf dem Höhepunkt seiner Macht.

Für den Kaiser ist die dort verkörperte, kosmische Harmonie das höchste Ziel. Jeder Raum, jeder Winkel, jede Symbolik bringt das zum Ausdruck. Doch kurze Zeit später, erfüllt sich eine düstere Prophezeiung, die auf dem Herrscher lastet: „Sein großes Werk sei nicht für die Ewigkeit geschaffen." Die Blitze einer Spätsommernacht treffen die Verbotene Stadt an ihrer Achillesverse. Die drei zentralen Tempel – genannt die Halle der Höchsten Harmonie, die Halle der vollkommenen Harmonie und die Halle zur Erhaltung der Harmonie werden ein Raub der Flammen.

Yongle sollte sich von diesem Schlag nicht erholen. Er ahnt, dass ihm der Himmel das Kaisermandat entzogen hat. Der Kaiser setzte auf Harmonie, Schönheit, Reichtum und kosmische Vollkommenheit – doch sein Leben sah ganz anders aus

Aus dem weekview LifeCoach 2012 · Autor ob

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