Die Selbsterkenntnis – Die gute Art von „genervt sein"
„Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch!“Lukas 5,8
Ist es nicht sehr störend, wenn du merkst, dass dein Gegenüber genervt ist? Schnell kommt es zu Spannungen. Sobald wir denken „oh nein, ist der/die schon wieder genervt" setzt sich eine Abwärtsspirale in Gang. Dabei wäre es in solchen Situationen doch weit angebrachter, einfühlsam und verständnisvoll zu reagieren. Doch das gelingt den wenigsten. Petrus hatte eine tiefe Erkenntnis über sich selbst. Der sonst so selbstsichere Petrus kam sich plötzlich so unwürdig, so klein vor. Man könnte auch sagen, er war genervt von sich selbst.
Dies ist ein Zustand, der wahrhaft Wunder bewirkt. Wenn wir selbst von uns genervt sind, beginnen wir unser eigenes Verhalten zu hinterfragen und einzuschätzen. Diese Momente der unverfälschten Selbsterkenntnis sind etwas Besonderes. Indem wir uns unserer eigenen Verfehlungen und Unzulänglichkeiten bewusst werden, entwickeln wir eine natürliche Abneigung dagegen. Dies ist der Start eines wertvollen Lernprozesses. Wir möchten nicht länger bleiben wie wir sind. Unsere Sicht der Dinge und unser Handeln ändern sich. Ein Schrecken erfasste Petrus und den brauchen wir auch, wenn sich in unserem Leben etwas Gravierendes ändern soll. Also, verzweifle nicht, wenn du von dir genervt bist, denn dann geht es voran!
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