Not als Lehrmeister! – Die Vergangenheit nicht vergessen
„Und den Fremden sollst du nicht bedrängen und ihn nicht bedrücken, denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen.“2. Mose 22,20
„Wasser predigen und Wein trinken!" wer kennt ihn nicht diesen Spruch, der die peinliche Kluft zwischen Reden und Tun offenbar macht. Dabei ist der Schaden, den dieses Fehlen an Integrität verursacht mannigfach. Sowohl bei dem Belehrten, der irritiert wird, als auch bei dem Lehrer, dem durch seine Heuchelei das Gefühl für Wahrheit noch weiter verloren geht. Nun hatten die Israeliten über 100 Jahre massive Unterdrückung erlebt. Sie wussten, was es bedeutet als Fremder verachtet zu sein, kein Anrecht zu haben, weder auf Besitz, noch auf ein unversehrtes Leben oder auf ein unbeschwertes Familienleben.
Aber was würde werden, wenn sie aus der Knechtschaft befreit würden und selbst bestimmen konnten? Die große Frage lautet dann: Würden sie die Qualen und Demütigungen schnell vergessen, wenn sie die Oberhand gewinnen? Vorher klein, geschlagen, gedemütigt und schlimmer als ein Stück Vieh behandelt und jetzt? Wird das frühere Opfer, dann plötzlich zu demselben Unmenschen, den er vorher zutiefst verurteilt hat? Passen Gegenwart und Vergangenheit zusammen? Wenn wir früher selber klagten, sollten wir dann nicht später die Klagenden verstehen und ihnen barmherzig sein? Gott will nicht, dass wir in einem verlogenen Widerspruch leben
Gibt es Dinge in meinem aktuellen Leben, die ich früher verurteilt hätte? Womit lässt sich mein verändertes Handeln rechtfertigen?
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