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Werte ja – Gott nein?

Woche 03 · 2013 · Sonntag, 30. Dezember 2012
„Und dem Volk tat es Leid um Benjamin, weil der HERR einen Riss gemacht hatte in den Stämmen Israels.“
Richter 21,15

In unserer Gesellschaft wird oft der Verlust an Werten beklagt. Tatsächlich haben wir eher ein Zuviel an Werten. Denn jeder Einzelne hat heute seine eigenen Werte. Richtig ist, was mir gut tut. Das Individuum schafft sich so seine Werteordnungen selbst. In der Summe vollzieht sich dabei jedoch nicht der so oft zitierte Wertewandel, sondern ein Werteverlust, weil das Leben nicht mehr durch übergeordnete Werte gestaltet wird. Wenn Menschen den realen Werteverlust empfinden, fordern sie mehr Werte ein. Doch die Forderung nach Werten allein greift zu kurz.

Werte ja, Gott nein – diese Formel, die nur auf unsere Welt bezogen ist, geht nicht auf. Die Präambel, die feierliche Erklärung zu Beginn der Zehn Gebote dagegen durchbricht die „banale Diesseitigkeit der Welt“ (D.Bonhoeffer). Nicht an den Einzelnen werden die Zehn Gebote gebunden, sondern an Gott selbst. Der Wert und die Verbindlichkeit der Zehn Gebote begründen sich nicht im Menschen, sondern in seinem Schöpfer. Somit stellt die Präambel klar, dass sich die Zehn Gebote dem Zugriff des Individuums entziehen und erklärt sie als für alle Menschen verbindlich.

Im Zeitalter der Unverbindlichkeit eine Provokation! Wer Werte will, muss Gott wollen. Nicht irgendeinen Gott, sondern den Gott, der seinen Herrschaftsanspruch über den Menschen proklamiert: „Ich bin der Herr, dein Gott….“

Aus dem weekview LifeCoach 2013 · Autor kb

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