Bitter – und jetzt: Gottes Wurzelbehandlung
„Er wird sich wieder über uns erbarmen, unsere Missetaten bezwingen. Ja, du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen!“Micha 7,19
Obwohl man sich total unwohl fühlt und sich selbst nicht leiden kann, gibt man die Bitterkeit nicht auf. Im Gegenteil: Man hat das Gefühl, ein Recht darauf zu haben. Jedem, der versucht, sie uns zu entreißen, wird eine schroffe Abfuhr erteilt. Man streitet für die Bitterkeit, legt einen Schutzzaun der Enttäuschung um sie herum, man hegt und pflegt seine Verletzungen. Man begießt die Bitterkeit mit Tränen der Wut, spendet ihr Licht (aus zweifelhaften Erkenntnissen) und schafft ihr Gedeihen in der Einsamkeit (Isolation).
Dies führt zu einer Abwehrhaltung gegen alles, was die bittere Wurzel in Gefahr bringen könnte. Das System ist in sich stabil. Damit richtet sich das bittere Herz auch gegen die Gnade. Gibt es einen Ausweg aus dieser Patt-Situation? Ohne Licht und Wahrheit, wird es nicht funktionieren. Wir müssen erkennen, dass das Problem bei uns selbst liegt und nicht beim „bösen" Gegenüber. Erst mit dem Erkennen der eigenen Sünde kann etwas Neues beginnen. Gesteht man schließlich seine Schuld vor Gott ein, darf man die am Kreuz erwirkte Vergebung annehmen. Die Gnade, die der Mensch dann empfängt, versetzt ihn in die Lage, verzeihen zu können, und befreit ihn von der Macht der Bitterkeit.
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