Begehren im Innern
„Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor, Ehebruch, Unzucht, Mord, Diebstahl, Geiz, Bosheit, Betrug, Zügellosigkeit, Neid, Lästerung, Hochmut, Unvernunft.“Markus 7,21-22
Wären an unserer Stirn auf einem Display alle unsere Gedanken und Begierden geschrieben, dann hätten große Mützen und Stirnbänder selbst im heißesten Sommer Hochkonjunktur… Warum wollen wir nur so ungern zeigen, was in unserem Inneren Tag für Tag, Stunde für Stunde, Sekunde für Sekunde abläuft? Zu beschämend wäre es, wenn mich meine Tochter, mein Arbeitskollege oder mein Nachbar mit meinen bösen Gedanken, meinem Geiz und Neid, meinen schmutzigen oder hinterlistigen Ideen auf frischer Tat ertappen würden. Und? Was sollen wir nun tun?
Jetzt wissen wir zumindest, dass das Problem innen im Herzen liegt. Wollen wir also eine Veränderung, geht das sicher nicht mit einer Mütze oder Gestikübungen, die verhindern sollen, dass jemand von außen erkennen kann, was gerade im Herzen abläuft. Es ist bestimmt zielführender, statt der Symptome, die Ursache zu beseitigen. Doch weder man selbst noch irgendein Arzt der Welt vermag diese Unreinheiten und Geschwüre aus dem Herzen rauszuholen. Es beginnt mit Selbsterkenntnis, indem man sich eingesteht, durch und durch verdorben zu sein.
Diese Zerknirschtheit ist der Moment auf den Gott gewartet hat. Jetzt kann er sagen: „Komm her zu mir, du Mühseliger und Beladener, ich will dir Ruhe geben.“ Ist das nicht ein geniales Angebot?
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