Stehlen = Ehre stehlen
„Du sollst nicht stehlen!“2. Mose 20,15
Morden, Ehebrechen, Stehlen, Verleumden – das ist die göttliche Reihenfolge der Sünden, die die Beziehung zu einem Mitmenschen tiefgreifend zerstören. Die erste Sünde geht gegen das Leben, die zweite gegen die Zweisamkeit, die dritte gegen den Besitz und die vierte gegen den Leumund eines Menschen. Warum ist Stehlen so schlimm? Der andere nimmt doch keinen körperlichen oder seelischen Schaden, und es geht doch „nur“ um materielle Dinge, die ersetzbar sind. So, wie der Name eines Menschen ganz eng mit ihm verbunden ist, kann auch sein Besitz nicht getrennt von ihm betrachtet werden.
Wenn ich jemandes Besitz nicht respektiere, verachte ich ihn als Person und bringe zum Ausdruck, dass er ein Nichts und deshalb rechtlos ist. Ich habe ihn als Person missachtet, mir angemaßt mich seines Besitzes zu bedienen ohne die geringste Gegenleistung. Ich habe die Grenzen des anderen massiv überschritten und bin in seine Intimsphäre eingedrungen. Deshalb ist es nicht damit getan, dass der Dieb dem Bestohlenen das Entwendete erstattet, sondern er muss ihm seine Achtung zurückgeben. Hat ein Dieb verstanden, dass sein Stolz ihn dazu brachte, sich am Eigentum eines anderen zu vergreifen, wird er aufhören zu stehlen und anfangen, mit den eigenen Händen zu arbeiten, um denen etwas geben zu können, die Mangel haben
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