Acht Tage später
„Und nach acht Tagen waren seine Jünger wieder drinnen und Thomas bei ihnen. Da kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und stand in der Mitte und sprach: Friede euch!“Johannes 20,26
Als „ungläubiger Thomas" ist er in unserem Sprachgebrauch ein Synonym für Unglauben geworden. Doch kann man ihm seinen Unglauben verdenken? Acht Tage lebte er in einem großen Zwiespalt. Was war passiert? Jesus Christus, der Mann, für den Thomas seinen Beruf und seine Wohnung an den Nagel gehängt hatte, wurde gekreuzigt. Gekreuzigt, wie einer der vielen Revoluzzer, denen das dominierende römische Imperium den Hahn abdrehte. Als ob das nicht schon aufreibend genug gewesen wäre, behaupteten drei Tage später seine Freunde, Jesus sei von den Toten auferstanden.
Das war in der Tat unglaublich. Wie hätte Thomas so etwas für wahr halten sollen? Acht Tage musste Thomas warten, bis er Klarheit bekam. Was ging ihm in diesen Tagen wohl durch den Kopf? Am meisten verwirrte ihn, dass seine Freunde alle das gleiche behaupteten: Jesus ist auferstanden. Zwei oder drei hätte er noch abtun können, aber alle berichteten dasselbe. Wie sehr er sich wünschte, an diesem Tag nicht gefehlt zu haben. Aber dann erschien ihnen Jesus nochmal und diesmal war auch Thomas anwesend. Und jetzt durfte er mit seinen eigenen Händen die Nagelwunden berühren. Da konnte er nicht anders, als zu sagen: „Mein Herr und mein Gott!"
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