Ein weises Urteil
„Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, findet mit seinen Augen jeden Bösen heraus.“Sprüche 20,8
Bei diesem Spruch setzt der Schreiber voraus, dass dieser König ein gerechter und weiser Regent ist, der eine vorzügliche Menschenkenntnis besitzt und ein gutes Maß an Lebenserfahrung mit sich bringt. Dabei schöpfte Salomo, der Sohn Davids und Erbe eines großen Reiches, aus dem Schatz seiner Erfahrungen. Ein berühmtes Beispiel seiner Weisheit finden wir in der Bibel im 1. Buch der Könige in Kapitel 3. Zwei Frauen traten vor seinen Richterstuhl, diese hatten ein Problem: Beide waren Prostituierte und beide gebaren fast zur gleichen Zeit je einen Sohn.
Sie wohnten gemeinsam in einem Haus und es geschah, dass eine der beiden Mütter ihr Kind im Schlaf erstickte. Nach der Aussage der einen Frau wurde das Kindlein vertauscht und somit hatte die Mutter des lebendigen Kindes am Morgen einen toten Säugling im Arm und erkannte, dass dies nicht ihr eigener Junge war. Nun brachten sie das Ganze vor den König. Doch wer sagte die Wahrheit? Salomo konnte das nicht gleich sehen; manchmal bedarf es der Weisheit, wenn die Augen das Böse nicht gleich erkennen. So auch hier: Salomo ordnete an, das Kindlein mit dem Schwert zu zerteilen. Diese rigorose Maßnahme zeigte wer wirklich die Mutter war, nämlich die, die ihr Kind vor dem Tod bewahren wollte. So gab Salomo das Kind der wahren Mutter
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