Der wunde Punkt
„Du sollst nicht begehren das Haus deines Nächsten! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgendetwas, das dein Nächster hat!“2. Mose 20,17
Was ist schlimm daran, eine Frau haben zu wollen oder nach Besitz und Wohlstand zu streben? Eigentlich nichts. Dagegen richtet sich das 10. Gebot auch nicht. Aber es verbietet, die Frau, den Besitz, den Wohlstand des Nächsten anzutasten (selbst in Gedanken!) Das trifft einen wunden Punkt und deckt auf, was in unserem Herzen vorgeht. Warum können wir uns oft nicht über das freuen, was unser Nächster besitzt? Warum steigt immer wieder Neid in uns auf? Denken wir insgeheim, Gott hat uns etwas vorenthalten und jemand anderem geschenkt, was eigentlich uns zugestanden hätte?
Das abschreckende Beispiel Kain und Abels wiederholt sich seit Jahrtausenden: Mit Neid beginnt es – mit Mord endet es. So spiegelt das 10. Gebot mehr als alle anderen unsere innere Gesinnung wider. Jedes Kind weiß, dass es nicht richtig ist, seine Mitmenschen zu beneiden und nach ihrem Besitz zu gieren. Wir kennen die Gebote, schaffen es aber nicht sie zu halten. Was aber viel schlimmer ist: wir wollen es oft auch gar nicht. Wer über diese unangenehme Wahrheit zermürbt ist, der sehnt sich nach Vergebung und einem neuen Herzen. So bewirkt das Gebot, dass der Aufrichtige mit höchster Priorität nach einem Retter sucht. Und er wird ihn gewiss finden
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