Das große Desaster: Die Verführung
„Und die Schlange […] sprach zur Frau: Hat Gott wirklich gesagt: Ihr sollt nicht essen von jedem Baume des Gartens? Und die Frau sprach […] von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt, davon sollt ihr nicht essen und sie nicht anrühren, auf dass ihr nicht sterbet.“1.Mose 1,1-3
Welcher Arzt kann guten Gewissens einen Patienten behandeln, ohne vorher eine Diagnose gestellt zu haben. Wer einmal mit Suchtkranken gearbeitet hat – oft müssen wir uns ja nur selbst beobachten – der weiß, wie es läuft: Jede Verführung beginnt mit einem Gedanken. Aus dem einen Gedanken werden viele und dann schießen die Gefühle wie Wasser aus dem aufgedrehten Hydranten. Diese Abfolge ist wesentlich und entlarvt die Wurzel des Problems: Erst der Gedanke – dann das Gefühl und das Verlangen – und schließlich das Problem.
Zurück zum Anfang. Wie lief es hier? Erst werden Zweifel gesät: „Hat Gott wirklich gesagt?" Zweifel an der Wahrheit und an der Integrität des Gegenübers. Dann wird die Sache aufgebauscht von „von einem Baum" auf „von keinem Baum sollst du essen". Eva hätte das Gespräch nur mit ihrem Anwalt führen sollen. Zudem meinte sie, auch den Baum nicht anrühren zu dürfen und machte Gott so strenger als er war. Und dann holte der Feind zum entscheidenden Doppelschlag gegen die Wahrheit aus: „Keineswegs werdet ihr sterben!" SONDERN „Gott gönnt euch nichts! Er will nur nicht, dass ihr wie Gott werdet." So war es damals und so läuft es heute: Noch immer fallen wir auf diese Lügen herein.
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