Wie alles vollendet wurde: Andere Blickrichtung
„Und Gott der HERR bildete den Menschen, Staub vom Erdboden, und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens; und der Mensch wurde eine lebendige Seele.“1.Mose 2,7
Es ist eine landläufige Meinung, der erste und der zweite Schöpfungsbericht widersprächen sich. Dabei harmonieren beide Berichte hervorragend; sie beschreiben denselben Schöpfungsakt aus unterschiedlichen Perspektiven. Der erste Schöpfungsbericht ist chronologisch verfasst und bezieht sich auf die Erde und das Universum; der zweite sieht den Menschen in seinem „Geburtsort", dem Garten Eden. Diesen hatte Gott – im Gegensatz zum Rest – speziell für den Menschen angelegt und gestaltet. Was benötigt man um einen Garten anzulegen?
Natürlich Pflanzen und Wasser (deshalb die Erklärung mit dem Tau und mit den Flüssen) und jemanden, der ihn pflegt. Er sollte schön sein und Früchte zur Nahrung hervorbringen. Dazu pflanzte Gott Bäume und ließ sie wachsen. Allerdings hatten zwei Bäume eine ganz besondere Bedeutung. Von dem ersten, dem Baum des Lebens durfte der Mensch essen, aber der andere war tabu. Wenn er von diesem, dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, äße, dann würde er sterben. Hier wurde die besondere Stellung des Menschen deutlich.
Er ist ein eigenverantwortliches, moralisches Wesen, das selbst Entscheidungen treffen kann und darf: Er kann seinem Schöpfer vertrauen und auf ihn hören oder ihm den Rücken kehren und seine Gebote missachten. Leider hat sich der Mensch für die zweite Möglichkeit entschieden – mit allen Konsequenzen.
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